Zwischen Kreuzkurs und Controlling: Die Lehren einer EM

Sturm, ein 23. Platz zum Auftakt und am Ende Rang 7 von 75 Teams: FPX-Gründer Christian Nehammer hat bei der Starboot-EM in Medemblik ein starkes Rennen hingelegt – und ein Experiment beendet, dessen Lehre über den Segelsport hinausreicht.

Gemeinsam mit dem Norweger Eivind Melleby ging Nehammer im August 2026 bei der Starboot-EM in Medemblik (Niederlande) an den Start. Der erste Tag verlief schlecht: nur Platz 23. Rennen für Rennen arbeitete sich das Duo nach vorne und beendete die EM als Siebter von 75 Teams – ein Ergebnis, mit dem Nehammer zufrieden ist. Die wichtigste Erkenntnis der Regatta lag für ihn aber woanders.

Die EM war bewusst als Testlauf für die Weltmeisterschaft im November gedacht. Mitte August hatten Nehammer und Melleby ein spezielles Boot erprobt, von dem sie sich mehr Konkurrenzfähigkeit erhofft hatten. In Medemblik zeigte sich: Vor allem am Kreuzkurs hatte das Boot massive Schwierigkeiten. Trotz Platz 7 zog Nehammer den Schluss, das Experiment zu beenden. Zur WM tritt er wieder mit jenem Boot an, mit dem er heuer gemeinsam mit Hans Spitzauer die Eastern Hemisphere Championship gewann – ein Boot, das bei Weltmeisterschaften bereits Zweiter und Dritter wurde. Es geht nun per Container in die USA.

Learnings fürs Business

Für Nehammer ist das mehr als eine Bootsfrage. „Eine Strategie ist kein Dogma“, sagt er. Unternehmen planen, budgetieren, treffen Annahmen – „dann kommt die Realität“, und die hält sich bekanntlich nicht immer an die Planung. „Gutes Controlling muss uns früher erkennen lassen, wenn sich die Realität anders entwickelt als angenommen“, so Nehammer. Seine Leitfrage: „Was ist mit dem Wissen, das wir heute haben, die beste Entscheidung, um unser Ziel zu erreichen?“ Sein Fazit zu Medemblik: „Wir haben etwas ausprobiert. Wir haben gemessen. Wir haben daraus gelernt. Und jetzt ändern wir unseren Kurs.“ Oder, wie er es zusammenfasst: „Das Ziel bleibt. Der Weg darf sich ändern.“

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